Die Geschichte des Drachenfels | ||
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Die Felsen der Drachen, ein mystisch anmutender Ort von ursprünglicher
Kraft. Einst warfen sich hier irdene Massen zu Erhebungen auf, deren
Formen man ihren Ursprung im Kern der Welt leicht ansehen konnte.
Glichen sie doch fabelhaften, Feuer spuckenden Wesen. Der weiblichen
Lust der Verschönerung folgend, gab Mutter Erde der rohen Form der
Naturgewalt bald eine verzierende Schicht aus allem Schönen, was sie
ihrer Natur entnehmen konnte. Triefend saftig, berauschend farbig - so
liegt der Drachenfels auch heute noch auf der atmenden Brust der Welt.
Ein Paradies, das kraftvolle Schönheit in sich trägt und sich jedem
Auge schamlos hingibt. Elfen erblickten dereinst den Felsen der Drachen, erlagen dem Anblick und waren fortan Waldelfen. Die Waldelfen sammelten größtmögliches Wissen und übermenschliche, körperliche Fähigkeiten. Diese, ihre neue Welt, mehr und mehr verschönern, reiner und vollkommener machen zu können. Die Erde hatte hier seltsamste Dinge hoch an ihre Kruste gedrückt. Steine, schwer und in sich glitzernd wie Mada, der Mond und Sha, die Sonne, andere durchsichtig und von einer Farbigkeit, die selbst die Elfen, die schon jede Schönheit der Natur kannten, niemals zuvor gesehen hatten. Der Genuss des Anblicks war ihnen Rausch genug. So kamen sie nie auf den Gedanken, dass derart Schönes noch schöner werden könnte. Es kam, wie es kommen musste. Eine Frau auf der Suche nach den satten Früchten des Waldes, stieß an einem von der Sonne verwöhnten Tag auf das Licht, das ein Stein sonniger und wärmer reflektierte, als die Sonne je selbst hätte scheinen können. Die Frau erkannte den Schatz, verbarg diesen unter ihren schweren Schürzen und trug ihn davon. Wieder und wieder im Dir, dem lichten Wald, wurde sie von den Elfen Floriel und Sionon im ersten Licht des Morgens beobachtet. Die Elfen rangen mit der Scheu und erlagen am Ende der Neugier. Sie mussten einfach wissen, warum ein Mensch, eine Frau, sich bei jeder Witterung und zu jeder Tageszeit suchend durch den Waldboden arbeitete. Die Frau erschrak gar fürchterlich. Doch wich die Furcht schnell der Begeisterung, von zwei so wunderschönen Wesen angesprochen worden zu sein. Die Elfen zeigten sich als Ama, als Freund, trugen ihre neugierigen Fragen vor und erfuhren von dem unermesslichen Wert, den das Glitzern und Funkeln bei den Menschen hatte. Die Frau schilderte, dass sie keine Möglichkeit hätte in ihrem Haus das Glitzern so zu verändern, dass es noch wertvoller werden würde. Die Elfen besannen sich. Noch schöner als es jetzt schon war? Das kitzelte die weiblichen Elfen an der neugierigsten Stelle und sie machten einen Vorschlag. Sie, Floriel und Sionon, trügen alles Glitzern für die Frau zusammen und diese könne das Glitzern auf dem Drachenfels, im La, dem dichten Wald, der für Talari, die Menschen, undurchdringbar war, nach aller Kunst heimlich bearbeiten. Doch gäbe es einen Preis dafür. Die Elfen wollten je ein Stück des neu entstandenen Glitzerns haben, es anschauen zu dürfen. Die Frau hätte es im La für sie zu hinterlegen. |
Das
Zögern der Frau war nur von kurzer Dauer und niedriger Intensität. Ja.
Sie sagte zu. Schon am nächsten Tag wollte sie zurückkommen um bald mit
der Arbeit beginnen zu können. Der Morgen brach an und alles fand sich
vorbereitet. Glitzerndes Gold, schimmerndes Silber und vom Licht
durchflutete Steine in allen Farben der Natur lagen bereit. Die Elfen
hatten einen Platz hergerichtet, wie er schöner und zweckmäßiger nicht
hätte sein können. Jeden Tag, unter dem Vorwand Beeren sammeln zu
gehen, eilte die Frau nun in den Wald und arbeitete daran das Schöne
noch schöner werden zu lassen. Geschmeide sollte entstehen, das die
Menschen so noch nicht gesehen hatten. Es geschah, dass die Frau mal
nicht weiter wusste, dass bestimmte Bearbeitungen unmöglich schienen.
Die Elfen, die alles Treiben beobachteten, nutzten dann die Nacht, der
Frau hilfreich zu sein. So entstand Menschliches mit einem Funken
Unerklärlichkeit. Die Frau wurde berühmt in der bekannten Welt. Doch vergaß sie nie, wem sie all das zu verdanken hatte. Der Natur und den Elfen Floriel und Sionon, die Weib genug waren, um der Schönheit Willen die Schranken zwischen zwei Welten zu öffnen. Der Frau war es heilig ihren Preis dafür zu zahlen, je ein Schmuckstück jeder Art im Wald zu hinterlegen. Dann war sie es, die sich heimlich daran erfreute, wie die Elfen Floriel und Sionon sich dem zauberhaften Geschmeide näherten. Wenn diese, die ja alle Schönheit der Welt kannten, dabei in Verzückung gerieten, dann wusste die Frau, dass sie wieder etwas ganz besonderes geschaffen hatte. Viele Jahre und Geschichten um die Elfen und die Begegnungen mit dem Schmuck sind ins Land gegangen. Erst heute ist man in der Lage diese Worte in entsprechende Bilder zu fassen. Sie, liebe Leser, sind auserwählt, zu sehen, was andere bis heute nur phantasieren konnten. |
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